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Coburg
Coburg ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken und gleichzeitig Sitz des Landratsamtes Coburg. Die Hochschul- und Europastadt im Norden Bayerns ist ein Oberzentrum.
Bis 1918 war die Stadt als Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg bekannt, heute ist sie es durch die ansässige Versicherungsgruppe HUK-Coburg. Über Coburg erhebt sich die zweitgrößte erhaltene Burg Deutschlands, die Veste Coburg, auch als „Fränkische Krone“ bezeichnet.
Der Leitspruch der Stadt lautet: Werte und Wandel.
Bauwerke
Coburg hat eine sehr gut erhaltene Altstadt, die durch die teilweise erhaltene Stadtmauer mit Juden-, Ketschen- und Spitaltor begrenzt ist. Die Stadt ist reich an sehenswerten Bauwerken, Brunnen, Gedächtnisstätten und historischen Ensembles.
An erster Stelle ist die Veste Coburg zu nennen, die 170 Meter über der Stadt liegt und zu den größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands gehört. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt, im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut und beherbergt heute die ehemaligen herzoglichen Kunstsammlungen.
Am Fuße des Festungsberges liegt der Schlossplatz, in dessen Mitte ein Denkmal von Herzog Ernst I. steht. Der Platz wurde 1830 bis 1837 gestaltet. Er wird umfasst vom Schloss Ehrenburg (dem ehemaligen Residenzschloss), den Arkaden mit Hofgarten sowie Palais Edinburgh und Landestheater. Den Grundstein für Schloss Ehrenburg legte 1543 Herzog Johann Ernst von Sachsen und von 1623–1627 erweiterte Herzog Johann Casimir seine Residenz zu einem Renaissanceschloss. Im Westflügel ist die 1701 fertiggestellte barocke Schlosskirche integriert. Im 19. Jahrhundert verlieh Herzog Ernst I. dem Schloss mit einer Fassade im Stil der englischen Neugotik sein heutiges Aussehen. Die Ehrenburg beherbergt die Landesbibliothek Coburg und wurde als Museum ausgebaut.
Benachbart zum Schlossplatz liegt der Marktplatz, eingerahmt von Rathaus und Stadthaus. In seiner Mitte steht das Prinz-Albert-Denkmal, ein Geschenk der Königin Victoria an die Heimatstadt ihres verstorbenen Gatten. Der feierlichen Enthüllung des Denkmals wohnte die Queen am 26. August 1865 während ihres fünften Besuches in Coburg bei. Zwischen 2004 und 2005 erfolgte eine Neugestaltung des Platzes mit Begrünung, neuer Beleuchtung und Wasserfontänen rund um das Prinz-Albert-Denkmal. Das Rathaus mit dem zweigeschossigen Coburger Erker und einem 27 m langen sowie 13 Meter breiten großen Ratssaal errichtete ab 1577 der Baumeister Hans Schlachter, 1750 und 1903 wurden größere Umbauten durchgeführt. Das gegenüberliegende Stadthaus ließ Herzog Johann Casimir 1601 errichten. Die ehemalige herzogliche Cantzley ist ein Gebäude der Spätrenaissance mit einer reichverzierten Fassade und vielfarbigen Wandmalereien. Nennenswert ist außerdem die Hofapotheke in Coburg aus dem Jahre 1543, ein spätgotischer Steinbau mit einem kleinen Chor und einer Madonna mit Kind an einer Fassadenecke.
Die Morizkirche in der Coburger Innenstadt ist die älteste Kirche Coburgs. Sie wurde von 1320 bis 1586 errichtet und ist heute die Hauptkirche der evangelischen Stadtgemeinde. Der älteste Teil der Kirche, der Ostchor, stammt aus 1330. Das Westportal mit den beiden ungleichen Türmen wurde um 1420 gebaut. Wiederum etwa hundert Jahre später erfolgte die Aufrichtung des eigentlichen Kirchengebäudes, des Kirchenschiffes. In der Osterwoche 1530 predigte Martin Luther in der Kirche.
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Augustin steht hinter dem Landestheater. Es ist ein neugotisches Gotteshaus mit einer Fürstengruft, welches nach Entwürfen von Vincenz Fischer-Birnbaum zwischen 1855 und 1860 in Coburg errichtet wurde.
Die Salvatorkirche liegt unweit der Morizkirche etwas versteckt an der Unteren Anlage. Es ist eine evangelisch-lutherische Friedhofskirche des 1494 angelegten Salvatorfriedhofes. Die Kirche, ein Saalbau mit dreiseitig geschlossenem Chor, wurde von 1660 bis 1662 gebaut.
Außerdem ist die am südlichen Altstadtrand von Coburg gelegene St.-Nikolauskapelle erwähnenswert. Sie wurde 1473 als Siechenkapelle für Leprakranke erbaut und ist im Besitz der Stadt. Sie war ab 1529 Kapelle der evangelischen, ab 1806 der katholischen Gemeinde und von 1873 bis 1932 jüdische Synagoge. Es war vermutlich die einzige christliche Kirche Deutschlands, die in eine Synagoge umgewandelt wurde. Das Nutzungsrecht wurde der jüdischen Gemeinde durch den Eigentümer, die Stadt, mit Ende des Jahres 1932 gekündigt. Ab 1946 war sie Kapelle der freikirchlichen Gemeinde und ist seit 1962 Kapelle der altkatholischen Gemeinde.
Nördlich vor den ehemaligen Stadttoren Coburgs befindet sich an der Itz gelegen die Heiligkreuzkirche. Der Chor der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche wurde im gotischen Stil in den Jahren 1401 bis 1407 erbaut, das Langhaus ab 1413. In den Jahren 1735 bis 1739 wurde die Kirche zu einer Saalkirche mit einem barocken Innenraum umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen auch die Stuckdecke und der Orgelprospekt.
Neben der Morizkirche steht das Gymnasium Casimirianum; das Renaissance-Gebäude wurde 1605 eingeweiht. Auch das Zeughaus in der Herrngasse zwischen Schlossplatz und Marktplatz stammt aus dieser Zeit; es wurde 1621 als Waffenlager errichtet. Später ist es im Stil der Spätrenaissance erweitert worden und erfüllte wechselnde Aufgaben. Heute dient es als Staatsarchiv.
Denkmalgeschützte Fachwerkgebäude in Coburg sind die Hahnmühle von 1317 sowie das Münzmeisterhaus. Letzteres war ehemaliger Hof des Geschlechtes der Münzmeister, genannt von Rosenau, welche 1288 urkundlich erwähnt wurden. Das Haus besteht seit 1333 und ist eines der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands.
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