Erfurt ist die Landeshauptstadt des deutschen Bundeslandes Thüringen. Es ist zugleich die größte Stadt Thüringens und neben Gera und Jena im Osten eines der drei Oberzentren des Landes. Wichtigste Institutionen neben den Landesbehörden sind das Bundesarbeitsgericht, die Universität Erfurt und das katholische Bistum Erfurt, dessen Kathedrale der Erfurter Dom ist, der wiederum neben der Krämerbrücke eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt darstellt. Darüber hinaus besitzt die Stadt einen sehr großen mittelalterlichen Altstadtkern. Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich bereits kurz nach seiner Gründung zum Zentrum des Thüringer Raumes, wenngleich es bis 1944 politisch nicht Teil des Landes war. Bis 1802 gehörte es zu Kurmainz, danach zu Preußen (mit Ausnahme der Zeit von 1806 bis 1814, als es unter französischer Regierung stand). Die Universität wurde 1392 gegründet. Sie ist somit die drittälteste Universität Deutschlands. Martin Luther war ihr bekanntester Student. Die Wirtschaft der Stadt ist von Verwaltung und Dienstleistung geprägt, und Erfurt ist nach Leipzig die Stadt mit der zweitgrößten Messe in den neuen Bundesländern. Des weiteren ist Erfurt wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Zentrum Deutschlands. Der neue Hauptbahnhof befindet sich in Bau. Bekannt ist Erfurt auch für seinen Gartenbau (ega) und als Medienzentrum (Sitz des Kinderkanals und mehrerer Radiostationen, sowie Tageszeitungen). Erfurt liegt im südlichen Thüringer Becken an der Gera. Wegen seiner zahlreichen Kirchen und Klöster erhielt Erfurt im Mittelalter den Beinamen „Thüringisches Rom“. Heute sind noch insgesamt 24 dieser Kirchen erhalten, wobei die Gesamtzahl der Kirchen durch Eingemeindungen 75 beträgt. Das Wahrzeichen der Stadt ist das europaweit einzigartige Ensemble von Dom und Severikirche auf dem Domplatz. Die Kirchen sind auf dem Domberg beheimatet und sind über 70 Stufen zu erreichen. Die Glocke des Domes, die Gloriosa, ist die größte freischwingende mittelalterliche Glocke Europas. Die 1497 gegossene Glocke ist 2,50 Meter hoch und wiegt 11,4 Tonnen. Die Gloriosa wird heute noch zu besonderen Ereignissen und kirchlichen Feiertagen geläutet. Erfurt besitzt einen der am besten erhaltenen und größten mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands. Ein bemerkenswertes Bauwerk ist die Krämerbrücke, die 1117 erstmals erwähnt und 1325 nach mehreren Bränden aus Stein gebaut wurde. Das 120 m lange Bauwerk überspannt die Gera und ist mit 32 Häusern bebaut. Damit ist die Krämerbrücke die längste komplett bebaute und bewohnte Brücke Europas. Einst befanden sich an beiden Zugängen Brückenkopfkirchen, heute ist nur noch die Ägidienkirche am Zugang Wenigemarkt erhalten.
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