Eisenach ist eine Stadt im Westen Thüringens. Sie ist seit 1998 eine kreisfreie Stadt und ist das Zentrum Westthüringens und angrenzender nordosthessischer Gebiete. In der Raumordnung nimmt die Stadt die Position eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein. Eisenach liegt an der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes. Bekanntheit erlangte Eisenach durch die über der Stadt gelegene Wartburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Hier übersetzte Martin Luther das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche und 1817 fand hier das Wartburgfest, eines der wichtigsten Ereignisse des Vormärz, statt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 das Automobilwerk Eisenach gegründet, welches ab 1928 zu BMW gehörte und später den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach der Wiedervereinigung durch die Adam Opel AG fortgeführt. Die Werke der Automobilindustrie (u.a. Opel und Bosch) haben heute etwa 3.500 Mitarbeiter, was Eisenach zum größten Industriezentrum Thüringens macht. Volksfeste/Märkte Frühling * Sommergewinn (Deutschlands größtes Frühlingsfest) siehe unter Sommergewinn * Hanjörgfest Sommer * Luther - Das Fest (Mitteldeutschlands größtes Historienspektakel) Herbst * Cityfest Winter * Eisenacher Weihnachtsmarkt am Marktplatz * Historischer Weihnachtsmarkt auf der Wartburg Sommergewinn Der Sommergewinn in Eisenach ist ein Frühlingsfest, das im März gefeiert wird. Das Fest hat eine jahrhundertelange Tradition. Freitag und Samstag vier Wochen vor Ostern wird der Sommergewinn mit den sogenannten Kommerschabenden eingeleitet. Am dritten Samstag vor Ostern, 14 Uhr, startet als Höhepunkt ein Festumzug, der seit 1897 zelebriert wird und jedes Jahr unter einem anderen Thema steht. Tausende von Hand geformte Blumen aus Krepppapier schmücken die Motivwagen und die Häuser der Katharinen- und Georgenstraße. 2006 zählte man 60.000 Besucher. Zum Zug gehören auch die Wagen von Frau Sunna und Winter, die zum Abschluss des Umzuges auf dem Marktplatz ein immer gleiches Streitgespräch führen, bei dem der Winter verliert. Anschließend wird eine Strohpuppe verbrannt, um das Ende des Winters zu symbolisieren. Die Symbole des Sommergewinns sind der Hahn für den frühen Tagesbeginn im Sommer, das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit im Sommer und die Brezel als Symbol der unendlich wiederkehrenden Jahreszeiten. Der Ursprung liegt im germanischen Heidentum.
|