Die Seestadt Bremerhaven ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Deutschlands. Zusammen mit der 60 Kilometer südlich liegenden Landeshauptstadt Bremen bildet sie das Land Freie Hansestadt Bremen. Bremerhaven ist Oberzentrum im nördlichen Weser-Elbe-Dreieck. Die Stadt liegt am Scheitelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg und der Metropolregion Hamburg, zwei von insgesamt elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland. 1924 wurden die Mittelstädte Geestemünde und Lehe zur neuen preußischen Stadt Wesermünde vereinigt. Diese umschloss die zu Bremen gehörige Stadt Bremerhaven. 1939 wurden auch diese beiden Städte zur neuen preußischen Stadt Wesermünde vereinigt, deren Einwohnerzahl dadurch die Grenze von 100.000 überschritt, was sie zur Großstadt machte. 1947 wurde die Stadt in Bremerhaven umbenannt und in das Land Bremen zurückgegliedert. In der Agglomeration beträgt die Einwohnerzahl derzeit rund 170.000. Die Stadt selbst hat rund 117.000 Einwohner. Die höchste Einwohnerzahl erreichte Bremerhaven im Jahr 1965. Die damalige Volkszählung ergab, dass 146.220 Menschen in Bremerhaven lebten. Da Bremerhavens Entstehung auf engste mit dem Hafen verbunden ist, sind bis heute die mit dem Hafenbetrieb verbundenen Wirtschaftszweige prägend für die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Dazu zählen das Containerterminal, die Werften sowie der Autoumschlag und die fischverarbeitende Industrie, z.B. Deutsche See. Zudem ist Bremerhaven der wichtigste Fischereihafen Deutschlands, was der Stadt den Spitznamen „Fishtown“ eingebracht hat. Damit eng verbunden ist die Lebensmittelverarbeitung, insbesondere die Verarbeitung von Fisch und Tiefkühlkost. Auch der Umschlag von Südfrüchten, wie z.B. Bananen, findet im Hafengelände statt. Bremerhaven ist des Weiteren Zentrum der Offshore-Windenergie. In den letzten Jahrzehnten etabliert sich als weiteres Standbein zunehmend der Tourismus, der aber wiederum auch mit dem Hafenflair und den maritim orientierten Museen zusammenhängt. Auch als Start- und Zielhafen für Kreuzfahrten im Nord- und Ostseeraum gewinnt Bremerhaven immer mehr an Bedeutung. Die 1877 gegründete Bremer Lagerhaus Gesellschaft, heute BLG Logistics Group, in Bremerhaven ist heute mit 6.800 Mitarbeitern einer der Branchenführer in der Autologistik und im sogenannten Finishing in Europa. Im Autoterminal der BLG, mit einer Gesamtfläche von drei Millionen Quadratmetern, ist Platz für 120.000 Fahrzeuge. Der Gesamtwert beläuft sich bei voller Auslastung auf ca. 3,6 Milliarden Euro. Mit einem Gesamtumschlag von 1,9 Mio Fahrzeugen in 2006 ist Bremerhaven führend in Europa. Die meisten der für den deutschen Markt bestimmten Importautos gelangen über Bremerhaven nach Deutschland. Der Containerterminal mit der längsten Stromkaje der Welt, die tideunabhängigen Häfen mit dem Autoim- und -export und die Columbuskaje mit dem Passagierverkehr gehören zum stadtbremischen Überseehafengebiet. Der Seegüterumschlag betrug 1,3 Millionen Tonnen im Jahre 1955, 8,2 Millionen Tonnen im Jahre 1975 und über 49 Millionen Tonnen im Jahr 2006. Neuer Hafen, Alter Hafen mit den Museumsschiffen, die Seebäderkaje und das Fischereihafengebiet südlich der Geeste gehören zur Stadt Bremerhaven. Auch wenn traditionsreiche Werftbetriebe wie Tecklenborg, Rickmers oder Siegholt schon seit Jahrzehnten geschlossen sind und alle Betriebe in den letzten Jahrzehnten ihre Belegschaft stark verringert haben, bleibt Bremerhaven mit der Lloyd Werft, den Motorenwerken Bremerhaven, SSW sowie den Reparaturwerften BREDO und Rickmers-Lloyd ein bedeutender Werftstandort.
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